Sommer 2005

 

November 2005 mit neuem Putz

Das Fachwerkhaus  Rheinstraße 78 in Eschmar wurde  zwischen 1750 und 1800 erbaut.

Es besteht aus zwei architektonisch und stilistisch unterschiedlichen Teilen.

Das Vorderhaus in Stockwerkbauweise mit zwei Gefachen pro Etage hat gerade, von der Schwelle bis zum Rähm reichende  Geschoßstreben. Die Deckenhöhe in den Räumen beträgt ca. 2 m und es ist nicht unterkellert. Im Erdgeschoß ist an der Wand zum Hinterhaus die alte Feuerwand z.T. noch erhalten.

Das Hinterhaus, ebenfalls ein Stockwerkbau, hat im Obergeschoß bei drei übereinanderliegenden Gefachen eine ungleich höhere Deckenhöhe von ca. 2,60 m. Die Streben sind gebogen und führen als Fußstreben von der Schwelle zum jeweiligen Ständer. Die Deckenhöhe legt nahe daß es ursprünglich nicht für eine Wohnnutzung gedacht war. Es ist etwa zur Hälfte unterkellert. Die Konstruktion wirkt im Vergleich zum Vorderhaus altertümlicher. .

Betrachtet man aber die Kontaktstelle beider Hausteile,scheint es so, als ob das Hinterhaus  an das bereits bestehende Vorderhaus angefügt wurde, denn dem Hinterhaus fehlt dort die komplette Wand. Ist das Vorderhaus also älter und hat es ursprünglich einmal allein gestanden? Dagegen spricht die Lage der Feuerstelle an der Außenwand.

Oder ist das Hinterhaus doch das ältere von beiden? Vielleicht hat es auch schon früher einmal woanders gestanden und wurde transloziert.

 

 

 

Begründung für die Unterschutzstellung als Denkmal 1998

 

 

Unter dem Fußboden im  Erdgeschoß des Vorderhauses habe ich unter anderem diese beiden  Münzen gefunden.

Links:  Kölner Heller von 17?8 mit Kölner Wappen.

Rechts: 1/4 Stüber aus der Grafschaft Wied (GW) von 1758

Es ist wahrscheinlich, daß das Haus zur Umlaufzeit dieser Münzen schon gestanden hat.

Ein historisches Foto aus den 1920er Jahren. Damals war das Haus noch komplett verputzt.

 

Interessante Details:

Giebel mit Krüppelwalm und Taubenschlag

Straßenseitige Eingangstür, die bis in die 1960er Jahre existierte.

Das eiserne Hoftor sowie die Schlagläden vorn sind heute noch vorhanden.

Der Putz im Erdgeschoß zeugt von gravierenden Feuchtigkeitsproblemen.

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